Homeoffice mit krankem Kind

Homeoffice mit krankem Kind

Es gibt Homeoffice mit Kind. Und es gibt Homeoffice mit krankem Kind. Und auch wenn man das zunächst nicht glaubt: Ja, es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen den beiden.

Arbeiten mit krankem Kind im Homeoffice

Zur Zeit ist eins meiner zwei Kinder krank. Unglücklicherweise hat mein Sohn aber nicht nur eine Erkältung, nein, er hat auch seinen Mittagsschlaf eingestellt. In einer Zeit also, in der Schlaf doch so immens wichtig ist macht mein Kind genau das nicht. Mal eine Pause, Kraft schöpfen, sich regenerieren, das lässt er aus. Blöd für ihn, aber ein bißchen auch blöd für mich. Denn wenn er nicht schläft kann ich auch nicht arbeiten.

Eigentlich läuft es ja so: Mein Kind schläft, ich arbeite. Geht gerade nicht, deswegen läuft es so: Wir spielen, essen, kuscheln und ich arbeite abends. Und nachts. Und bin furchtbar müde. Weil ich ja irgendwie nicht zum Schlafen komme.

Statt Mails nun Anrufe

Was aber sehr gut klappt: Telefonieren mit Auftraggebern. Macht man ja eh viel zu selten. Alles wird per Mail abgefragt, zugeschickt, geregelt. Weil ich mit krankem Kind aber keine Zeit habe Mails hin- und herzuschicken und die Antworten ja auch auf sich warten lassen würden rufe ich jetzt einfach mal durch.

Kunden anrufen trotz Kind?

Ich gebe zu, am Anfang hatte ich große Hemmungen. Also zu telefonieren während eins meiner Kinder im Raum ist. Ich fürchtete, sie würden das Gespräch stören, es würde mir vom Auftraggeber negativ ausgelegt werden. Denn wer will schon hören wie Mutter und Kind sich unterhalten wenn man eigentlich nur kurz etwas Dienstliches bereden will. Aber ich bin immer wieder überrascht: Nicht nur, dass sich die Menschen am anderen Ende der Leitung nach meinem Sohn erkundigen, mein Kind ist in dieser Zeit auch nie laut, ungeduldig oder irgendwie besonders auffällig. Vielleicht spürt er, dass diese drei Minuten jetzt gerade wichtig sind. Vielleicht ist es aber auch einfach so, dass ich ihm und den Auftraggebern signalisiere: So ist das eben, das Leben mit Kindern.

Skype-Call mit Kind auf dem Schoß

Bei einem früheren Auftrag musste ich oft Skype-Calls machen. Wenn meine Tochter dann krank zuhause war, war sie tatsächlich auf meinem Schoß dabei. Sie genoß die Aufmerksamkeit der anderen Konferenzteilnehmer und wenn sie keine Lust mehr hatte krabbelte sie von meinem Schoß und spielte zu meinen Füßen. Natürlich lief das nicht immer super harmonisch, aber doch oft genug um mich in meiner Meinung zu festigen. Meine Kinder gehören zu meinem Leben dazu, sie sind so oft Teil meiner Arbeit und ich will einfach, dass genau das ein stückweit normaler wird. Unsere Kinder sind ein Teil von uns, die sollten wir also gar nicht unbedingt verstecken.

Ausnahmen von der Regel

Klar, bei einem Interview für das ein zehn Minuten Slot vorgesehen ist weil dann das nächste Interview ansteht, da organisiere auch ich meinen Arbeitsalltag so, dass die Kinder nicht im gleichen Raum mit mir sind.
Aber für die kleinen Alltäglichkeiten, da mache ich aus ihnen kein Geheimnis. Ich bin vielleicht naiv, aber ich glaube, dass sich in unserer Gesellschaft auch nur dann etwas ändern kann, wenn wir es selbst aktiv einfordern. Das erfordert vielleicht am Anfang etwas Mut, aber es ist die Mühe definitiv wert.

Wie ist das bei euch? Wir organisiert ihr euer Homeoffice mit (krankem) Kind?

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